Grüne Welle oder Sturm im Wasserglas?
PEFC informiert auf der drupa über Waldzertifizierung
Düsseldorf/Stuttgart 13.06.2008 – Herkunftsnachweise für Papier gewinnen an Bedeutung. Das müssen auch immer mehr Druckbetriebe feststellen. Ein Beleg hierfür ist die zuletzt sprunghafte Zunahme von PEFC-zertifizierten Druckereien. Allein in den ersten fünf Monaten des Jahres konnte die Anzahl der PEFC-Zertifikate in der Branche mehr als verdoppelt werden – auf aktuell 83 Unternehmen. Bayer, BMW, HeidelbergCement oder Volvo sind prominente Nutzer von PEFC-zertifizierter Printprodukten. Dies zeigt deutlich, dass etablierte Zertifikate, wie das der größten Waldzertifizierungsorganisation PEFC, in Zeiten des Megatrends „Klimawandel“ der Druck- und Papierbranche neue Perspektiven eröffnen. Oftmals fehlt den Unternehmen der Branche aber noch ausreichendes Wissen über dieses abstrakte Thema und einige sind noch unsicher, ob und wann sie auf diesen Zug aufspringen sollen. Dabei sollte man sich schnell entscheiden, denn auch wenn PEFC-zertifizierte Papiere noch Nischenprodukte sind, der Zug hat schon Fahrt aufgenommen.

Wichtige ImpulseEs gilt daher dem enormen Informationsbedarf zum Thema „Waldzertifizierung“ gerecht zu werden und umfassend mit und über PEFC zu diskutieren. Und wo ginge dies besser als auf der drupa in Düsseldorf, der weltgrößten Messe der Druck- und Medienbranche, die in diesem Jahr Nachhaltigkeit zum Schwerpunktthema hatte. Aus diesem Grund zeigte PEFC Deutschland e.V. unterstützt vom Papierhersteller M-real am Nachmittag des 10. Juni Flagge und lud zu einer Diskussionsveranstaltung im „drupa cube“ unter dem Motto „Grüne Welle oder Sturm im Wasserglas?“ ein. Der drupacube ist die Anlaufstelle für Agenturen, Kreative und Produktioner, also ein idealer Ort, um über das progressive Instrument der Waldzertifizierung aufzuklären.

Moderiert vom Chefredakteur des Kommunikations-Fachmagazins „versio“, Ralph Scholz, begann die Veranstaltung mit einem Vortrag von Prof. Dr. Henry Schäfer von der Universität Stuttgart. In diesem stellte Prof. Schäfer dar, dass bereits heute Nachhaltigkeit ein wichtiger Teil der Unternehmensstrategie sein sollte, da sich daraus handfeste Wettbewerbsvorteile generieren ließen. Weiterhin führte er aus, dass mittlerweile auch die supply chain in die Bemühungen um eine nachhaltige Unternehmensführung integriert wird. Im Anschluss an den theoretischen Beitrag des Stuttgarter Professors, stieg der darauf folgende Referent Bernhard Stöcklein in die Praxis ein. Als Verantwortlicher für die Papierbeschaffung des Gong Verlags setzte sich Herr Stöcklein schon früh mit PEFC auseinander, die in der ersten PEFC-Zertifizierung eines Verlags in Deutschland mündete. Unter dem Titel „Zertifizierung sichert unsere Zukunft“ führt Herr Stöcklein aus, dass für die publizistische Glaubwürdigkeit eines Verlages auch ein anerkannter Herkunftsnachweis gehört. PEFC ist dabei für den Gong-Verlag erste Wahl.
 
Zum Abschluss stellten sich die beiden Referenten sowie Ilka Grabener von M-real, Dirk Teegelbekkers von PEFC Deutschland e.V. und Christoph Rullmann, Geschäftsführer der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e.V., der ältesten deutschen Umweltschutzgruppe, den Fragen des Moderators und auch denen des Publikums. Lebhaft wurde über die zukünftige Chancen von PEFC, aber auch über die noch notwendigen Weichenstellungen diskutiert. Gefragt wie die zukünftige Bedeutung von PEFC sein wird, waren die Diskutanten einer Meinung: Waldzertifizierung schafft Wettbewerbsvorteile in der Produktkette und wird an Bedeutung gewinnen. Aufgrund knapper werdender Ressourcen und des steigenden Umweltbewusstseins wird sich nach Meinung der Teilnehmer Nachhaltigkeit und nachhaltige Beschaffung keinesfalls als Sturm im Wasserglas entpuppen sondern elementarer Bestandteil der Zukunftsvorsorge werden.



Kontakt:Philipp Bahnmüller
PEFC Deutschland e.V.
Tel.: 0711 24861820
bahnmueller@pefc.de
www.pefc.de

 
Nachhaltige ForstwirtschaftDie Pflege und Nutzung der Wälder in einer Weise und in einem Ausmaß, das ihre biologische Vielfalt, ihre Produktivität, ihre Regenerationsfähigkeit und ihre Gesundheit erhalten bleibt. Ferner ihre Fähigkeit, die relevanten ökologischen, ökonomischen und sozialen Funktionen auf der örtlichen, nationalen und globalen Ebene zu erfüllen, gewährleistet wird sowie anderen Ökosystemen keinen Schaden anrichtet.

PEFCMit einer zertifizierten Waldfläche von mehr als 200 Mio. Hektar ist PEFC das weltweit größte forstliche Siegel, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, flächenmäßig eine nachhaltige Waldbewirtschaftung zu etablieren und damit die Sicherung von Waldökosystemen für nachfolgende Generationen zu gewährleisten. Seit der Gründung von PEFC Deutschland im Jahr 1999 wurden mit mehr als 7 Mio. Hektar gut zwei Drittel der deutschen Waldfläche zertifiziert. Die wichtigsten Standards lauten: Förderung von Mischbeständen aus standortgerechten Baumarten. Kahlschläge sind verboten. Pflanzenschutzmittel sollen vermieden werden. Unabhängige Zertifizierungsgesellschaften kontrollieren in regelmäßigen Abständen die Einhaltung dieser Vorschriften.
 

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