Die Regionale PEFC-Arbeitsgruppe Hessen lädt ein: Praxistag mit Exkursion nach Thüringen zur Jagdgenossenschaft Vitzerod und Forstbetriebsgemeinschaft Totenkopf-Vitzerod

Zu viel Wild im Wald?

Die Wiederbewaldung von geschädigten Flächen sollte möglichst zahlreiche Baumarten umfassen, damit der Wald dem Klimawandel standhält. Bei hohen Wildbeständen führen Verbiss, Fegen und Schälen zum Ausfall wichtiger Mischbaumarten. Dass eine erfolgreiche Wiederbewaldung möglich ist, zeigen Waldbesitzende und Jagdausübungsberechtigte an unserem Exkursionsziel.

Alternative Bejagungsmethoden in Jagdgenossenschaften
Seit mehreren Jahren befasst sich die Regionale PEFC-Arbeitsgruppe Hessen e.V. (RAG Hessen) intensiv mit dem PEFC-Standardpunkt 4.11, welcher „angepasste Wildbestände“ als Grundvoraussetzung für eine naturnahe Waldbewirtschaftung im Interesse der biologischen Vielfalt fordert. Dennoch bleibt die Situation im Wald aufgrund der festgestellten Schäl- und Verbissschäden nach wie vor äußerst angespannt. Auch die Ergebnisse der jährlich durchgeführten PEFC-Audits in Hessen bestätigen diese Einschätzung und verdeutlichen den Handlungsbedarf. Fragen zu den Ursachen einer hohen Wilddichte in den aufgesuchten Forstbetrieben, zur Wildbestandsregulierung oder zur Gestaltung von Jagdpachtverträgen geben regelmäßig Anlass zu Diskussionen. Aus diesem Grund lädt die Regionale PEFC-Arbeitsgruppe Hessen erstmals zu einer Exkursion ins benachbarte Bundesland Thüringen ein.

Die Jagdgenossenschaft Vitzerod bewirtschaftet ein zusammenhängendes Waldgebiet von ca. 1.000 ha zwischen Georgenthal und Tambach-Dietharz. Haupteigentümer dieser Flächen ist die PEFC-zertifizierte Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Totenkopf-Vitzerod, bestehend aus Privat- und Kommunalwaldeigentümern.

Der naturnahe Waldumbau und die Wiederbewaldung auf Kalamitätsflächen verlaufen in der FBG äußerst erfolgreich. Dies zeigt sich unter anderem daran, dass dort inzwischen durchschnittlich acht verschiedene Baumarten heranwachsen. Ermöglicht wird dies durch effektive, die Waldbewirtschaftung begleitende Bejagungsmethoden auf Rot- und Rehwild. Bereits zwanzig Jahre bewirtschaftet die Jagdgenossenschaft (JG) die Flächen in Eigenregie. Seit 2016, mit Wechsel des Jagdvorstands und unter neuer Jagdleitung, gelingt dies sehr effektiv. Die Exkursion hat zum Ziel, den hessischen Teilnehmenden zu verdeutlichen, wie geeignete Jagdmethoden dazu beitragen können, verschiedene und seltene Baumarten erfolgreich einzubringen.

Alexander Hopf, Revierförster und jagdlicher Leiter der Jagdgenossenschaft, zeigt anhand von unterschiedlichen Waldbildern die Entwicklung auf den Waldflächen der FBG auf und erläutert die Notwendigkeit des Zusammenspiels von waldbaulichen Strategien, Jagdmanagement und kontinuierlicher Kommunikation zwischen Jagdrechtsinhabern und Jagdausübungsberechtigten.
 

Programm

   9:45 Uhr

Eintreffen der Teilnehmenden

10:00 Uhr

Begrüßung und Einführung durch den Vorsitzenden der RAG Hessen - 
Karl-Gerhard Nassauer und die JG Vitzerod und FBG Totenkopf-Vitzerod

10:15 Uhr

Exkursionsbeginn zu den Flächen der JG/FBG  - Alexander Hopf, Revierleiter und jagdlicher Leiter der Jagdgenossenschaft
1. Einblick in Bejagungsmethoden
2. Wiederbewaldung nach eingetretenem Schaden (Vegetationsentwicklung, Mischung, Herausforderungen)
3. Anlage und Planung jagdlicher Erschließung (Äsungsflächen, Einbindung/ Akzeptanz der Mitglieder)
4. Naturverjüngungspotential bei angepassten Wildbeständen beurteilen (Weisergatter, Saat Tanne)

13:30 Uhr

Mittagessen am Grilltempel

14:30 Uhr

Rechtliche Einordnung zu alternativen Bejagungsmethoden in Jagdgenossenschaften in Hessen -
Anja Blankenburg, Leiterin des Dezernats 26 - Forsten,Jagd der Oberen Jagdbehörde Kassel

15:00 Uhr

WILD – WALD – INNOVATION (WiWaldI), praxisorientierte Informationen für Jagdgenossenschaften -
Kay Hagemann, Projekt WiWaldI

15:30 Uhr

Abschluss und offener Austausch mit Kaffee und Kuchen

16:00 Uhr

Rückfahrt nach Bad Hersfeld

 

Überblick zur Exkursion
Montag, 21. September 2026, Abfahrt 8:30 Uhr vom Treffpunkt P&R Kolpingstraße, Bad Hersfeld, gemeinsame Busfahrt nach Georgenthal mit ersten Hintergrundinformationen Treffpunkt für Selbstfahrer: Grilltempel Bahnhofstraße 55, 99887 Georgenthal

Eine Veranstaltung der Regionalen PEFC-Arbeitsgruppe Hessen e.V., unterstützt durch die Regionale PEFC-Arbeitsgruppe Thüringen e.V., die Jagdgenossenschaft Vitzerod und die Forstbetriebsgemeinschaft Totenkopf-Vitzerod sowie von WILD – WALD – INNOVATION (WiWaldI).

Anmeldung & Ticketverkauf
Tickets für die Exkursion sind ausschließlich online erhältlich. Bitte verwenden Sie hierzu das zur Verfügung gestellte Formular.

Anmeldeschluss ist der 14. September 2026.

Die Teilnahme ist begrenzt, sodass jeder einzelne Teilnehmer ein eigenes Ticket benötigt.

Tagungsbeitrag
Der Tagungsbeitrag beträgt 29 € pro Teilnehmer. Im Preis inbegriffen sind Verpflegung und Transport. Bitte beachten Sie, dass die Teilnahme nur mit einem gültigen Ticket möglich ist.

Bitte beachten Sie auch, dass Hunde im Bus nicht erlaubt sind! Die Anreise müsste bei Mitnahme von Hunden mit dem eigenen PKW erfolgen.

Sollte eine Stornierung Ihres Tickets notwendig sein, senden Sie uns bitte eine formlose E-Mail an: [email protected]. Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass bei einer Stornierung nach Anmeldeschluss kein Anspruch auf Rückerstattung besteht

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Cornelia Pauls
Cornelia Pauls
Regionalmanagerin Hessen