Frage der Woche: Was beinhaltet die nach PEFC-Standard 4.3 geforderte "Förderung" struktur- und artenreicher Waldränder?
Was wird von Waldbesitzenden erwartet und wie muss es dokumentiert werden?
Frage: Was beinhaltet die nach PEFC-Standard 4.3 geforderte "Förderung" struktur- und artenreicher Waldränder?
Antwort: Abhängig davon, in welcher waldbaulichen Phase sich die Bestände eines Betriebes aktuell befinden und über welchen Zeitraum der Betrieb bereits an der PEFC-Zertifizierung teilnimmt, wird bei einem PEFC-Audit nicht zwangsläufig erwartet, dass bereits arten- und strukturreiche Waldränder vorhanden sind.
Es wird jedoch erwartet, dass Waldbesitzende aktiv handeln, sobald sich Potentiale zur Förderung struktur- und artenreicher Waldränder im eigenen Betrieb ergeben. Dies wäre beispielsweise bei einer Neubegründung oder bei einer Durchforstung von Beständen der Fall, aber ebenso im Rahmen eines neu zu erstellenden Forsteinrichtungswerkes.
Da eine gezielte „Förderung“ ein planvolles Handeln von Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern verlangt, sollten jene entsprechende Planungen auf geeignete Weise dokumentieren und als Nachweis für die PEFC-Audits vorhalten. Als Nachweis können zum Beispiel entsprechend formulierte Passagen in einem Forsteinrichtungswerk oder in einem betrieblichen Waldbaukonzept fungieren. Auch für einschlägige Maßnahmen vorgehaltene Finanzmittel in der forstlichen Jahresplanung oder in der Haushaltsplanung (öffentliche Verwaltungen) erfüllen diesen Zweck.
Bei den Planungen ist zu beachten, dass sich der PEFC-Standard nicht auf Außenränder beschränkt, sodass auch die Waldinnenränder zu berücksichtigen sind. Es kann jedoch bei den erwarteten Ausführungen (horizontale und vertikale Stufigkeit, Anzahl der Baum- und Straucharten usw.) zwischen Innen- und Außenrändern unterschieden werden.


