Gemeinden erleben Waldarbeit und Waldzertifizierung hautnah
PEFC Rheinland-Pfalz informiert Gemeinderäte am Naturschutztag des Forstamtes Simmern über die Anforderungen des PEFC-Fördermoduls
Die möglichen Vorteile, welche sich durch das Vorhandensein eines Verbundes von Flächen, die für 20 Jahre aus der Nutzung genommen werden, in nachhaltig bewirtschafteten Wäldern ergeben, werden von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Gruppenarbeit selbständig erarbeitet.
Argenthal, 08.08.26. Auch in diesem Jahr hat das Forstamt Simmern alle Gemeinden im Amtsbereich zum gemeinsamen Naturschutztag geladen, um die Arbeit der Mitarbeitenden auf sieben Waldstationen der Öffentlichkeit vorzustellen. Mit dabei in diesem Jahr auch PEFC Rheinland-Pfalz mit einer gemeinsamen Station zum Thema „Natürliche Waldentwicklung“, welche im Rahmen des PEFC-Fördermoduls über das Bundesförderprogramm „Klimaangepasstes Waldmanagement“ gefördert wird.
Die möglichen Vorteile, welche sich durch das Vorhandensein eines Verbundes von Flächen, die für 20 Jahre aus der Nutzung genommen werden, in nachhaltig bewirtschafteten Wäldern ergeben, werden von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Gruppenarbeit selbständig erarbeitet. Neben der Förderung der Artenvielfalt und Stabilität des Waldes, werden Klimaschutzaspekte und Wirtschaftlichkeitsaspekte genannt: „Die Flächen natürlicher Waldentwicklung sind ein gutes Beispiel dafür, dass Naturschutz und Forstwirtschaft sich nicht gegenseitig widersprechen müssen. Der ökologische Wert ist hier höher als der monetäre“, erläutert Forstwirtschaftsmeister Tobias Diemer. Auch eignen sich Naturwaldflächen besonders gut als Dauerbeobachtungsflächen, wie sich der Wald der Zukunft ohne den Einfluss des Menschen entwickeln würde.

Die Flächen der "Natürlichen Waldentwicklung" sollen mindestens 5 Prozent der zuwendungsfähigen Waldfläche umfassen und wurden von Seiten des betreuenden Forstamtes für die Gemeinden ausgewählt. „Auf den Flächen soll jede forstwirtschaftliche Nutzung unterbleiben, daher ist es wichtig, dass alle für den Forstbetrieb tätigen Personen und möglichst auch die Waldbesucher darüber Bescheid wissen“ betont PEFC-Regionalmanager German Bell. Aus diesem Grund bieten Landesforsten und PEFC Rheinland-Pfalz den Waldbesitzenden Waldschilder für die Flächen natürlicher Waldentwicklung an, die den Waldbesucher über die hier ablaufenden Prozesse, aber auch die möglichen Gefahren, wie beispielsweise durch herabfallendes Totholz, informieren sollen. Im Rahmen eines PEFC-Audits wird dann überprüft, ob die Flächen in ausreichender Größe vorliegen und im Gelände klar erkennbar sind. „Zu Beginn der Förderung bestanden große Vorbehalte von Seiten der Gemeinden, an dem Förderprogramm teilzunehmen. Informations- und Beratungsangebote wie die heutige Veranstaltung helfen, diese Sorgen abzubauen“, erklärt ein Gemeindevertreter.
Neben der "Natürlichen Waldentwicklung" konnten sich die Teilnehmenden des Naturschutztages im Laufe eines zweistündigen Parcours bei den Mitarbeitenden des Forstamtes über Waldbrandprävention, Maßnahmen zur Wiederbewaldung und Förderung des Insektenschutzes sowie Bodenschutzkalkungen und Wasserrückhaltemaßnamen im Wald informieren. Bei anschließendem Grillen mit Tombola dankte Forstamtsleiter Martin Schneider allen Mitwirkenden für die gelungene Veranstaltung, welche sicherlich wiederholt werden wird.
German Bell

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