Neue LEED-v5-Anforderungen berücksichtigen PEFC und SFI

Stuttgart, 30.01.2026 - Pressemitteilung: Das U.S. Green Building Council (USGBC) hat seine Anforderungen an Holz im Rahmen des neuen LEED-v5-Standards aktualisiert. PEFC-zertifiziertes Holz wird bei der Bewertung von Bauprojekten im System Leadership in Energy and Environmental Design (LEED) anerkannt und kann somit zur Erreichung von LEED-Punkten beitragen.

Mit der Entscheidung richtet das USGBC den neuen LEED-Standard ausdrücklich an mehreren international anerkannten Zertifizierungssystemen für nachhaltige Forstwirtschaft aus. Neben PEFC wird auch das System von SFI (Sustainable Forestry Initiative, ein von PEFC anerkanntes nordamerikanisches Waldzertifizierungssystem) berücksichtigt. Ziel ist es, den Einsatz von Holz aus verantwortungsvollen Quellen im Bausektor weiter zu stärken und die weltweite Nachfrage nach zertifizierten Holzprodukten zu erhöhen.

Holz nimmt im neuen LEED-v5-Standard weiterhin eine zentrale Rolle ein – sowohl bei tragenden Bauteilen als auch bei Ausbauprodukten. In Projekten der Kategorie Building Design and Construction (BD+C) können Holzprodukte künftig bis zu 22 Punkte zur LEED-Bewertung beitragen, in der Kategorie Interior Design and Construction (ID+C) sogar bis zu 30 Punkte. Damit wurde der mögliche Beitrag von Holz gegenüber früheren LEED-Versionen deutlich erhöht.

Berücksichtigt werden zertifizierte Holzprodukte insbesondere in den beiden Credits Building Product Selection & Procurement (MRc4) sowie Multi-Attribute Structure, Enclosure, Hardscape, and Other Building Materials (MRpc181). Projekte, die eine LEED-v5-Zertifizierung anstreben, sind zudem aufgefordert, diese Credits mit weiteren Strategien zur Reduktion grauer Emissionen zu kombinieren. Ziel ist es, Holzprodukte einzusetzen, die sowohl eine gute Klimabilanz aufweisen als auch aus verantwortungsvollen Quellen stammen.

Nach Einschätzung des USGBC bieten alle weltweit anerkannten Chain-of-Custody-Standards im Holzbereich wirksame Schutzmechanismen gegen Entwaldung und leisten einen substanziellen Beitrag zur nachhaltigen Waldbewirtschaftung. Trotz zunehmender globaler Waldverluste infolge von Klimawandel und Urbanisierung sind derzeit nur rund zehn Prozent der weltweiten Waldfläche zertifiziert. Umso wichtiger sei es, den Einsatz von zertifiziertem Holz im Bauwesen gezielt zu fördern.

PEFC-zertifiziertes Holz wird in vielen weiteren weltweit bedeutsamen Nachhaltigkeitsstandards der Baubranche anerkannt, darunter etwa im BREEAM-Bewertungsstandard (Building Research Establishment Environmental Assessment Method; Großbritannien), dem DGNB-System (Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen - DGNB e.V. - German Sustainable Building Council), oder dem Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude - Neubau von Wohngebäuden (QNG; Deutschland).

Hintergrund

LEED (Leadership in Energy and Environmental Design) ist eines der weltweit führenden Zertifizierungssysteme für nachhaltige, umweltfreundliche und energieeffiziente Gebäude. Es wurde vom U.S. Green Building Council (USGBC) entwickelt und bewertet Bauprojekte in Kategorien wie Energieeffizienz, Wasserverbrauch, oder eingesetzter Materialien. Insgesamt können im LEED-System maximal 110 Punkte erreicht werden – 40 Punkte werden für die Stufe „zertifiziert“, 50 Punkte für die Stufe „Silber“, 60 Punkte für die Stufe „Gold“ und 80 Punkte für die Stufe „Platin“ benötigt.

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Catrin Fetz
Catrin Fetz
Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit