Neuer Vorstand für PEFC Deutschland
Neuer Vorstand für PEFC Deutschland Prof. Dr. Andreas W. Bitter wurde am 14.07.2015 zum neuen Vorsitzenden gewählt
Der Deutsche Forst-Zertifizierungsrat (DFZR) hat am 14.07.2015 in seiner Sitzung in Ilmenau Prof. Dr. Andreas W. Bitter einstimmig zum neuen Vorsitzenden von PEFC Deutschland gewählt. Der geschäftsführende Direktor des Institutes für Forstökonomie und Forsteinrichtung der Technischen Universität Dresden in Tharandt und Vorsitzender des Sächsischen Waldbesitzerverbandes nahm bereits seit 2013 den stellvertretenden Vorsitz von PEFC Deutschland ein und folgt nun auf Prof. Dr. Ulrich Schraml, der nach einer beruflichen Veränderung sein Amt niederlegte.
Prof. Dr. Ulrich Schraml verabschiedete sich mit dem Wunsch, PEFC möge auch in Zukunft seinen erfolgreichen Weg fortsetzen und die Betriebe der Forst- und Holzwirtschaft in Deutschland noch umfassender bei ihrer nachhaltigen Wirtschaftsweise unterstützen. Entscheidend für diesen Weg sei das Öffnen von PEFC für neue Partner und Unterstützer, zeigte sich Schraml überzeugt: „Mit den jüngst vorgestellten neuen Initiativen und Angeboten im Bereich der Erholung, der Weihnachtsbäume sowie der für PEFC typischen Betonung von Regionalität sind wichtige Voraussetzungen für einen solchen Weg geschaffen“.
Der neue Vorsitzende würdigte in seiner Antrittsrede die Leistungen seines Vorgängers: „Unter Prof. Dr. Ulrich Schramls Führung war ein Kulturwandel bei PEFC deutlich spürbar: Er hat erheblich dazu beigetragen, dass die Kommunikation der Akteure noch offener und intensiver wurde, wodurch die Standardrevision im letzten Jahr zu einem vollen Erfolg geriet und von allen Beteiligten mitgetragen wurde. Darüber hinaus leistete Prof. Dr. Schraml einen wichtigen Beitrag zur zielgerichteten und effektiven Erweiterung des Angebots von PEFC und sorgte auch hier stets für eine breite Akzeptanz unter den Interessengruppen“.
Prof. Dr. Bitter skizzierte als wichtige Ziele von PEFC die Stärkung der regionalen Arbeitsgruppen durch den Einsatz von hauptamtlichen Regionalassistenten. Des Weiteren sollen die Unternehmen der holzbe- und -verarbeitenden Industrie sowie des Handels stärker in die Arbeit von PEFC Deutschland einbezogen werden. So soll eine noch engere Verbindung zwischen nachhaltiger Waldbewirtschaftung auf der einen und verantwortungsvoll handelnden Verbraucherinnen und Verbrauchern auf der anderen Seiten entwickelt werden“.
Zum stellvertretenden Vorsitzenden von PEFC Deutschland wählte der DFZR Peter Gaffert, Oberbürgermeister von Wernigerode, nachdem dieser zuvor in der Mitgliederversammlung von PEFC Deutschland als neuer Kommunalwaldvertreter in den DFZR entsandt wurde. Peter Gaffert studierte Forstwissenschaften an der TU Dresden und war Leiter der Nationalparkverwaltung Hochharz sowie Direktor des Nationalparkamtes Nationalpark Kellerwald-Edersee, bevor er im August 2008 die Amtsgeschäfte als Oberbürgermeister in Wernigerode übernahm. „Ich freue mich, diese neue Aufgabe anzutreten und in den nächsten Jahren mit Leben zu füllen. Dazu möchte ich meine Vorerfahrungen nutzen, um eine Brücke zwischen Naturschutz und der Forstwirtschaft zu schlagen“. Weiterhin skizzierte er das Ziel, „das Thema Forst und Zertifizierung nachhaltiger Waldbewirtschaftung in den gesamtgesellschaftlichen Diskurs zu tragen: Wenn über Nachhaltigkeit gesprochen wird, sollen die Forstwirtschaft und PEFC dabei eine wichtige Rolle spielen“.
Als weiteres neues Mitglied im DFZR wurde Cajus J. Caesar, Mitglied des Haushaltsausschusses und hier Hauptberichterstatter für den Einzelplan 10 (Ernährung und Landwirtschaft, darunter auch Forsten) für den Bund Heimat und Umwelt aufgenommen. Er vertritt neben Christoph Rullmann (Schutzgemeinschaft Deutscher Wald) die Interessen der Umweltverbände im DFZR. „Wir haben eine vorbildliche multifunktionale Wald- und Holzwirtschaft in Deutschland. Mithilfe von PEFC können wir dies auch den Endkonsumenten beweisen. Deshalb freue ich mich als neues Mitglied des DFZR auf eine gute Zusammenarbeit“, so Cajus Caesar.
Bildmaterial: Vlnr. PEFC-Geschäftsführer Dirk Teegelbekkers, PEFC-Vorsitzender Prof. Dr. Andreas W. Bitter und der stellvertretende Vorsitzende Peter Gaffert. © PEFC Deutschland.
Stuttgart, 04.07.2016. Die 18. Mitgliederversammlung von PEFC Deutschland e. V. am 30.06.2016 in Dresden widmete sich in diesem Jahr mit einem Schwerpunkt dem Stand der PEFC-Regionenoffensive sowie der neuen Endverbraucheransprache. Etwa 50 Vertreter aus dem Cluster Forst und Holz, der Politik, Verbänden und weiteren Interessengruppen konnten sich umfassend über weitere Entwicklungen bei PEFC Deutschland informieren.
Zu Beginn der Sitzung wurde das PEFC-Zertifikat für die Region Sachsen durch die Zertifizierungsstelle DIN CERTCO überreicht – mit dabei der Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL), Herbert Wolff. „Mit dem Zertifikat wird allen beteiligten Waldbesitzern bescheinigt, dass sie international vereinbarte forstliche Nachhaltigkeitsstandards einhalten“, sagte der Staatssekretär. „Sie reden nicht nur über den Schutz der Wälder, sondern erhalten und verbessern sie." Das Zertifikat sei eine besondere Anerkennung, so Wolff. „Aus ihr erwächst aber zugleich eine Verpflichtung, die nachhaltige Forstwirtschaft auf dem erreichten Niveau weiterzuführen. Die Zertifizierung ist auch deshalb wichtig, weil damit die Waldbesitzer ihren Einsatz für Wald und dessen Leistungen für Gesellschaft belegen können." Prof. Dr. Andreas W. Bitter, Vorsitzender von PEFC Deutschland e. V., betonte: „Wir müssen noch größere Anstrengungen unternehmen, um weitere private und kommunale Forstbetriebe in Sachsen für PEFC zu gewinnen." Dabei sei der größte zertifizierte Forstbetrieb, Sachsenforst, im Rahmen seiner Aufgaben im nichtstaatlichen Wald ein besonders wichtiger Multiplikator. Gerade dem Kommunalwald biete das PEFC-Zertifikat eine große Chance, der Bevölkerung vor Ort die Nachhaltigkeit der multifunktionalen Waldbewirtschaftung zu dokumentieren.
Vorgestellt wurden auf der diesjährigen Mitgliederversammlung die Fortschritte der 2014 gestarteten „PEFC-Regionenoffensive“, durch die zum einen die regionalen PEFC-Arbeitsgruppen, die für die Umsetzung der PEFC-Zertifizierung in den Regionen verantwortlich sind, unterstützt werden – zum anderen die Kommunikation zu zertifizierten Betrieben sowie die Präsenz von PEFC in den lokalen und regionalen Medien bereits deutlich ausgebaut werden konnte. Dazu trugen bisher unter anderem Messeteilnahmen etwa auf der KWF-Tagung (Bayern), den „Mindener Holztagen“ (Nordrhein-Westfalen), der „Forst live“ (Baden-Württemberg) oder der Messe „Reiten-Jagen-Fischen“ (Thüringen) bei. Weiterhin konnte durch die Initiative der Regionalassistenten eine Vielzahl an Medienberichten über die Anbringung der PEFC-Biotopbaumplakette erzielt werden, unter anderem auch ein Fernsehbeitrag des NDR in Schleswig-Holstein.
Die PEFC-Regionalassistenten stellten die weiteren Arbeitsschwerpunkte in ihren Regionen, wie etwa die Durchführung des internen Monitorings oder die Erstellung des PEFC-Waldberichts, vor und berichteten von ihren Erfahrungen im Austausch mit Waldbesitzern, Chain-of-Custody-Unternehmen und Endverbrauchern. Einhelliges Feedback lautete, dass die Präsenz der Regionalassistenten vor Ort die Wahrnehmung von PEFC sowie die Bindung der Waldbesitzer an „ihr System“ bereits deutlich verstärkt habe.
Die Strategie der neuen PEFC-Endverbraucherkampagne, die zu Beginn des Jahres gestartet wurde, wurde den Teilnehmern durch Gordon und Leonard Sommer, Inhaber der verantwortlichen Werbeagentur SOMMER + SOMMER, vorgestellt. Ziel der Kampagne ist eine Bekanntheitssteigerung des PEFC-Siegels unter Endverbrauchern, die vor allem in Zusammenarbeit mit PEFC-Unternehmen und dem Einzelhandel erreicht werden soll. „Die positive Resonanz der bisher angesprochenen PEFC-Zeichennutzer bestärkt uns in der gewählten Strategie. Ich erwarte bis zum Jahresende Rückmeldung von weiteren Unternehmen, die die Kampagne mit ihren publikumswirksamen Medien wie ihren Online-Shops, Handzetteln im Verkauf, ihres Social-Media-Auftritts oder sogar Point-of-Sale-Maßnahmen unterstützen werden“, so Gordon Sommer.
Hannah Kuhfeld, zuständig für Marketing und Kundenmanagement bei PEFC Deutschland, betonte zusätzlich den gewünschten Nebeneffekt der PEFC-Endverbraucheroffensive: „Indem wir unsere Zeichennutzer intensiver als bisher in unsere Kommunikation einbinden, stärken wir auch den Kontakt zu unseren zertifizierten Betrieben sowie den Handelsunternehmen, die PEFC-zertifizierte Produkte vertreiben und zeigen damit auf, wie diese noch besser von den Marketingvorteilen der PEFC-Zertifizierung profitieren können.“
Bildmaterial: Gruppenbild der Teilnehmer nach der Zertifikatsübergabe an die Region Sachsen durch Auditor Raimund Kaltenmorgen (DIN CERTCO, im Bild 2. Reihe links) im Beisein von Staatssekretär Herbert Wolff (1. Reihe links), Landesforstpräsident Prof. Dr. Hubert Braun (1. Reihe 2.v.l.), Johannes Ott (Vorsitzender der Regionalen PEFC-Arbeitsgruppe Sachsen) und Prof. Dr. Andreas W. Bitter (Vorsitzender PEFC Deutschland).


