PEFC-Seminar auf Schloss Bückeburg: Gemeinsam Wege zu angepassten Wildbeständen entwickeln

Dialog statt Gegensätze: Fachlicher Austausch für den Wald der Zukunft

Der Vorsitzende der Regionalen Arbeitsgruppe NRW, Dr. Eberhard Piest, eröffnet das Seminar „Zu viel Wild im Wald?“ der Regionalen PEFC-Arbeitsgruppen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen auf Schloss Bückeburg.

Bückeburg, 31.08.2026. Wie kann der Waldumbau unter den Herausforderungen des Klimawandels gelingen? Welche Rolle spielen angepasste Wildbestände für die Entwicklung stabiler und artenreicher Wälder? Und wie können Waldbesitzende, Jägerschaft und Forstleute gemeinsam tragfähige Lösungen entwickeln?

Diesen Fragen widmete sich das Seminar „Zu viel Wild im Wald?“ der Regionalen PEFC-Arbeitsgruppen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen auf Schloss Bückeburg. Waldbesitzende aus Privat- und Kommunalwald kamen dort mit Forstleuten sowie Vertreterinnen und Vertretern der Jägerschaft zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, aktuelle Herausforderungen zu diskutieren und neue Impulse für die Praxis mitzunehmen. Die unterschiedlichen Verantwortlichkeiten, Erfahrungen und Blickwinkel der Teilnehmenden sorgten für einen lebendigen und konstruktiven Dialog über Wege zu angepassten Wildbeständen und einen erfolgreichen Waldumbau.

Das PEFC-Seminar „Zu viel Wild im Wald?“ der Regionalen PEFC-Arbeitsgruppen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen auf Schloss Bückeburg zog ein großes Publikum an.

Mit Schloss Bückeburg hatten die Veranstalter einen Tagungsort gewählt, der der Veranstaltung einen ganz besonderen Rahmen verlieh. Die historische Schlossanlage mit ihrem eindrucksvollen Ambiente bot nicht nur einen außergewöhnlichen Veranstaltungsort, sondern schuf zugleich beste Voraussetzungen für persönliche Gespräche und einen intensiven fachlichen Austausch. Die Verbindung aus traditionsreicher Architektur, gepflegter Parklandschaft und zukunftsorientierten Themen verlieh dem Seminartag eine besondere Atmosphäre, die von vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern als sehr inspirierend empfunden wurde.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wie sich Wald und Wild in Zeiten des Klimawandels besser in Einklang bringen lassen. Die Wiederbewaldung großer Schadflächen, der Aufbau klimaresilienter Mischwälder und die Sicherung einer erfolgreichen Naturverjüngung gehören vielerorts zu den drängendsten Aufgaben der Waldbesitzenden. Gleichzeitig wurde deutlich, dass nachhaltige Lösungen nur dann gelingen können, wenn die unterschiedlichen Interessen offen angesprochen und gemeinsame Ziele entwickelt werden.

Andrea Wanninger, Geschäftsführerin der Zertifizierungsstelle HW-Zert GmbH, bei ihrem Vortrag über die Rolle des PEFC-Audits.

Im Verlauf des Seminars wurde deutlich, wie vielfältig die Einflussfaktoren sind, die über den Erfolg von Waldumbau und Naturverjüngung entscheiden. Fachvorträge und Diskussionen beleuchteten das Spannungsfeld zwischen Waldentwicklung, Jagdausübung, rechtlichen Rahmenbedingungen und den Anforderungen einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung aus unterschiedlichen Perspektiven.

Die Vorträge und Diskussionen blieben dabei nie auf der theoretischen Ebene stehen. Vielmehr wurden konkrete Lösungsansätze für die Praxis vorgestellt und diskutiert. Im Fokus standen unter anderem Möglichkeiten zur Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Waldbesitzenden und Jägerschaft, moderne Ansätze des Wildbestandsmanagements, Fragen der Auditvorbereitung sowie rechtliche und organisatorische Instrumente zur Erreichung waldbaulicher Ziele. Die Verbindung wissenschaftlicher Erkenntnisse mit praktischen Erfahrungen sorgte dabei für zahlreiche Anknüpfungspunkte für die Teilnehmenden.

War bereits bei vielen PEFC-Seminaren zum Thema „Zu viel Wild im Wald?“ dabei: Uli Osterheld, hier bei seinem Vortrag "Eckpfeiler eines zeitgemäßen Bejagungskonzepts".

Ein besonderer Höhepunkt des Seminars war das World Café. Statt sich auf die Rolle der Zuhörenden zu beschränken, waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst gefordert, ihre Erfahrungen und Ideen einzubringen. In wechselnden Gesprächsrunden wurden unterschiedliche Fragestellungen rund um Kommunikation im Wald-Wild-Konflikt, Jagdpachtverträge, Audits sowie eigentümerbewirtschaftete Jagden diskutiert. Durch die regelmäßigen Tischwechsel entstanden zahlreiche neue Gesprächskonstellationen, sodass unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen aufeinandertreffen konnten.

Markus Hölzel, Chefredakteur der Fachzeitschrift „proWald“, moderierte das PEFC-Seminar "Zu viel Wild im Wald?" und teilte die Gruppen zur Arbeit in das World-Café-Format ein.

Das World-Café-Format erwies sich dabei als besonders geeignet, um den offenen Austausch zu fördern. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten engagiert, entwickelten gemeinsam Ideen und konnten von den Erfahrungen anderer profitieren. Gleichzeitig zeigte sich, dass viele Herausforderungen unabhängig von Betriebsgröße, Eigentumsform oder Region vergleichbar sind und häufig ähnlich gelagerte Lösungsansätze erfordern.

Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen wurden am Nachmittag vorgestellt und gemeinsam reflektiert. Dabei wurde deutlich, dass erfolgreiche Lösungen vor allem dort entstehen, wo Waldbesitzende, Jägerinnen und Jäger sowie forstliche Fachleute miteinander im Gespräch bleiben und auf gegenseitiges Verständnis setzen. Kommunikation, Vertrauen und die Bereitschaft, unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen, wurden immer wieder als wichtige Voraussetzungen genannt.

Im World-Café-Format wurden verschiedene Themenschwerpunkte in vier Gruppen bearbeitet.

Die positive Resonanz der Teilnehmenden bestätigte das Konzept der Veranstaltung. Besonders geschätzt wurden die praxisnahen Vorträge, die hohe fachliche Qualität der Diskussionen sowie die Möglichkeit, im Rahmen des World Cafés eigene Erfahrungen aktiv einzubringen. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen neue Kontakte, konkrete Anregungen und frische Ideen für ihre tägliche Arbeit mit nach Hause.

Die Regionalen PEFC-Arbeitsgruppen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen ziehen daher eine durchweg positive Bilanz. Das Seminar hat einmal mehr gezeigt, dass die Herausforderungen rund um Wald und Wild zwar komplex sind, tragfähige Lösungen jedoch dort entstehen, wo Menschen miteinander reden, voneinander lernen und gemeinsam Verantwortung für die Zukunft des Waldes übernehmen. Schloss Bückeburg bot hierfür einen ebenso würdigen wie inspirierenden Rahmen.

Vorträge und Ergebnisse der Veranstaltung zum Download:

Weiterführende Informationen

Dieser Beitrag stammt aus der Rubrik "Neuigkeiten aus den PEFC-Regionen". Hier finden Sie weiterführende Informationen:

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Sebastian Schlag
Regionalmanager Niedersachsen / Schleswig-Holstein / Hamburg