PEFC-Waldsprechstunde macht Waldbesitzer fit für den Klimawandel

Waldbesitzende erfahren Wissenswertes zur Umsetzung und Dokumentation der Anforderungen der PEFC-Zertifizierung

Privatwaldbetreuer Tim Schumacher (vorne links) und PEFC-Regionalmanager German Bell (vorne mitte) klären mit den Teilnehmern der Waldsprechstunde Fragen zu Baumartenwahl und Verjüngung.

Scharfbillig, 26.06.2026. Zur dritten PEFC-Waldsprechstunde kamen in diesem Jahr wieder 20 Privatwaldbesitzende und Förster im Gemeindehaus in Scharfbillig zusammen, um sich über die praktische Umsetzung der PEFC-Fördermodulkriterien sowie der PEFC-Waldstandards zu informieren. Organisiert hatte die Veranstaltung die Regionale PEFC-Arbeitsgruppe Rheinland-Pfalz, vertreten durch die beiden Regionalmanager German Bell und Lea Bächle, sowie der Waldbauverein Bitburg.

Auf einer ehemals mit Fichte bestockten Freifläche erläutert Privatwaldbetreuer und PEFC-zertifizierter Waldbesitzer Tim Schumacher das in seinem eigenen Wald umgesetzte Konzept der Klumpenpflanzung zur Ergänzung von vorhandener Naturverjüngung. „Mein Ziel war es, mehr als 3 Baumarten auf der Fläche zu etablieren. Das war nur durch konsequente Markierung der Naturverjüngung, die truppweise Pflanzung weiterer Baumarten wie Baumhasel, Eiche, Weißtanne und Vogelkirsche sowie das Zurückdrängen der flächig auflaufenden Brombeere mit dem Freischneider möglich.“ Das Hinwirken auf angepasste Wildbestände im Sinne des PEFC-Standards sei dabei die entscheidende Stellschraube für Waldbesitzer, um ihre waldbaulichen Ziele zu verwirklichen, betont der Geschäftsführer des Waldbauvereins Jürgen Weis.

Nach 3 Jahren Arbeit kann sich das Ergebnis für Tim Schumacher sehen lassen: Die mit Wuchshüllen vor Wildschäden geschützten Klumpen sind freigestellt, in den Zwischenfeldern dürfen Brombeere und Naturverjüngung wachsen. Es finden sich inzwischen mehr als 10 Baumarten auf der Fläche. Das findet auch die Zustimmung von PEFC. „Bei einem PEFC-Audit kommt es darauf an, die im Rahmen der PEFC-Standards getroffenen Maßnahmen für Dritte fachlich nachvollziehbar zu erläutern und zu dokumentieren“, erläutert Regionalmanager German Bell den Auditablauf. Für den Zugang zu staatlichen Fördermitteln müssen darüber hinausgehende Kriterien wie die Förderung standortheimischer Baumarten, die Umsetzung von Maßnahmen zur Förderung des Wasserrückhaltes sowie das Markieren von Habitatbäumen eingehalten werden.

Revierleiter David Klett (vorne links) erläutert das Konzept zum Umgang mit Biotopbäumen, Altbäumen und Totholz bei Landesforsten Rheinland-Pfalz. Bei einer Auszeichnungsübung haben die Waldbesitzer die Möglichkeit, ihr eigenes Auge für das Auffinden von Habitatbäumen zu schulen.

Anschaulich wird dies für die Teilnehmer am zweiten Waldort: Hier wurden sogenannte „Mardellen”, eifeltypische Geländemulden, im Auftrag der Revierleitung ausgebaggert und so deren Funkion als Wasserrückhaltebecken (wieder-)hergestellt. „Mardellen bilden mit Niederschlagswasser gespeiste, schützenswerte Lebensräume für gefährdete Amphibienarten“, erläutert Förster David Klett. Zahlreiche Mikrohabitate für totholzliebende Arten wie Fledermaus, Schwarzspecht und Eremit gibt es aber auch in dem umliegenden Waldbestand aus Eichen und Buchen, der sogenannten „Biotopbaumallee“. Bei einer Auszeichnungsübung haben die Waldbesitzer die Möglichkeit, ihr eigenes Auge für das Auffinden von Habitatbäumen zu schulen. „Ich habe eine krumme Weide mit Totholz in der Krone, zahlreichen Mulmhöhlen und Hacklöchern durch Spechte gefunden!“, erklärt ein Waldbesitzer stolz. Durch ein Markierungsband oder eine weiße Markierungswelle wird die Erhaltung des naturschutzfachlich wertvollen Baumes dauerhaft gesichert.

Mit einer Erfrischung ließen die Teilnehmer der Waldsprechstunde den Tag ausklingen. „Ich habe gelernt, worauf es bei einem PEFC-Audit ankommt“, erklärt ein Teilnehmer zufrieden. Die nächste PEFC-Waldsprechstunde ist bereits geplant und findet am 23.10.2026 am Forstamt Trier (Anmeldung möglich über: https://bildungsprogramm.wald-rlp.de/index.php?id=18&veranstaltungsnummer=26-3100&buchungsid=5242&time=1782813882) statt.

German Bell

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