PEFC-zertifiziertes Holz prägt die Bauprojekte der Olympischen Winterspiele 2026
Nachhaltige Forstwirtschaft und regionale Wertschöpfung im Fokus von Mailand - Cortina
Die Athletenunterkünfte in Mailand, in denen PEFC-zertifiziertes Holz zum Einsatz kam. Foto: ©XLAM Dolomiti
Im Zuge der Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo (MICO 2026) kommt PEFC-zertifiziertes Holz in zentralen Bauprojekten zum Einsatz. Eine Schlüsselrolle spielt dabei die Region Trentino-Südtirol, die seit Jahren auf den Einsatz zertifizierter Hölzer aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung setzt. Verarbeitet wurde dabei auch Holz aus regionalen Beständen, die infolge des Sturms „Vaia“ und des anschließenden Borkenkäferbefalls geschädigt wurden. So wird ein ökologisches Schadereignis gezielt in die regionale Wertschöpfung integriert und im Sinne der Kreislaufwirtschaft genutzt.
Regionale Rohstoffe als Grundlage nachhaltiger Olympiabauten
Ein Beispiel hierfür ist die umfassende Modernisierung des Ski-Langlauf-Stadions „Fabio Canal“ in Tesero. Die beiden bestehenden Gebäude wurden nach dem Prinzip „build to last“ erneuert – mit dem klaren Anspruch, die Anlage auch über die Spiele hinaus dauerhaft für den regionalen Sport und die Bevölkerung nutzbar zu machen. Zum Einsatz kamen unter anderem Brettsperrholz-Elemente (CLT) sowie verleimte Tannen- und Lärchenhölzer. Sämtliches verbaute Holz stammt aus PEFC-zertifizierten Wäldern.
Die nachhaltige Holzbauweise beschränkt sich nicht auf den alpinen Raum. Auch zentrale urbane Bauvorhaben der Winterspiele greifen auf PEFC-zertifizierte Materialien zurück. So war das Unternehmen XLAM Dolomiti, ein führender Anbieter im italienischen Holzbau, maßgeblich am Bau des Olympischen Athletendorfs im Mailänder Stadtteil Porta Romana beteiligt. Verwendet wurde ausschließlich PEFC-zertifiziertes Holz.
Das Athletendorf entsteht auf dem Gelände eines ehemaligen Rangierbahnhofs und umfasst sechs neu errichtete Wohngebäude in Massivholzbauweise sowie zwei sanierte historische Bauten. Nach Abschluss der Spiele wird das Areal in das größte Studierendenwohnprojekt Italiens umgewandelt. Ab dem Studienjahr 2026/27 sollen dort rund 1.700 Studierende Wohnraum finden – ein Beispiel für die konsequente Ausrichtung der Olympiabauten auf eine langfristige Nachnutzung.
Bildung, Handwerk und Kreislaufwirtschaft als Teil des Konzepts
Neben den großen Bauprojekten setzt MICO 2026 auch Impulse im Bereich Bildung und Handwerk. Das Berufsbildungszentrum ENAIP in Tesero arbeitete gemeinsam mit der Autonomen Provinz Trient an der Ausstattung olympischer Veranstaltungsorte. Schülerinnen und Schüler des vierten Ausbildungsjahres entwarfen und fertigten Möbel für den Aufenthaltsbereich des Langlaufstadions in Tesero – ebenfalls aus regionalem, PEFC-zertifiziertem Holz.
Zum Einsatz kam dabei sogenanntes „Blauholz“, dessen Färbung auf einen Pilzbefall infolge des Borkenkäfers zurückzuführen ist. Statt das Material auszusondern, wurde es bewusst als Symbol für Ressourceneffizienz, Resilienz und eine funktionierende Kreislaufwirtschaft genutzt.
ENAIP Tesero nimmt zudem eine besondere Rolle ein: Die Schule ist die weltweit erste Bildungseinrichtung mit PEFC-Chain-of-Custody-Zertifizierung. Seit 2017 werden dort nicht nur handwerkliche Fähigkeiten vermittelt, sondern auch die Anforderungen an Rückverfolgbarkeit und Zertifizierung. Die Auszubildenden übernehmen die Zertifizierungsprozesse im Rahmen ihrer Ausbildung eigenständig.
Ergänzend entstand in Zusammenarbeit mit dem regionalen Künstler Marco Nones eine Kunstinstallation aus dem gleichen blau gefärbten Holz. Die Skulptur wird während der Olympischen Spiele in Tesero ausgestellt und steht sinnbildlich für olympische Werte, regionale Handwerkskunst und den verantwortungsvollen Umgang mit geschädigten Waldressourcen.
Nachhaltige Wirkung über die Spiele hinaus
Mit den Olympischen Winterspielen 2026 rücken nachhaltige Bauweisen und verantwortungsvoll gewonnene Rohstoffe weltweit in den Fokus der Öffentlichkeit. Der Einsatz von PEFC-zertifiziertem Holz zeigt, wie nachhaltige Waldbewirtschaftung, moderne Architektur und regionale Wertschöpfung miteinander verbunden werden können – mit ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Effekten, die weit über die Dauer der Spiele hinausreichen.
Weitere Informationen erhalten Sie auch im Originalbeitrag von PEFC International, "PEFC-certified wood at heart of 2026 Winter Olympics construction".


