Sechstes PEFC-Forum eröffnet öffentliche Kommentierungsphase der PEFC-Standardrevision

Intensive Beteiligung an der Weiterentwicklung der PEFC-Waldstandards

Mit dem Sechsten PEFC-Forum unterstrich PEFC Deutschland den Anspruch, die Weiterentwicklung seines Waldstandards transparent, wissenschaftlich fundiert und im engen Dialog mit allen interessierten Gruppen zu gestalten. Foto: © KOLLAXO Markt und Medien GmbH.

Mit dem Sechsten PEFC-Forum hat PEFC Deutschland einen Meilenstein der laufenden Revision seiner Waldstandards erreicht. Rund 75 Vertreterinnen und Vertreter aus Forstwirtschaft, Waldbesitz, Wissenschaft, Naturschutz und weiteren Interessengruppen diskutierten am 7. Juli 2026 im Juliusspital Würzburg die bisherigen Ergebnisse der Standardrevision und brachten zusätzliche Anregungen für die Weiterentwicklung ein. Jetzt startet die 60-tägige öffentliche Kommentierungsphase.

Stuttgart, 15.07.2026 - Pressemitteilung. PEFC Deutschland überprüft seine Standards und Verfahren turnusmäßig alle fünf bis sieben Jahre. Grundlage der aktuellen Revision sind Anregungen aus der permanenten Konsultation sowie Vorschläge der Arbeitsgruppe Standardrevision. Das PEFC-Forum bot nun die Gelegenheit, die bisher erarbeiteten Änderungsvorschläge gemeinsam mit den relevanten Akteuren zu diskutieren.

„Mit hoher Fachkompetenz steigen wir in zentrale Details ein und gehen mit unterschiedlichem Blick ins Gespräch, um bestmögliche Regelungen zu finden“, betonte der Vorsitzende von PEFC Deutschland, Peter Gaffert, zur Eröffnung. Der offene Dialog unterschiedlicher Interessengruppen sei ein wesentlicher Baustein, um einen praxisgerechten und zugleich zukunftsfähigen Waldstandard zu erhalten.

Waldstandard zwischen Klimaanpassung, Praxistauglichkeit und Naturschutz

Den fachlichen Auftakt gestalteten Sabine Riewenherm, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), und Prof. Dr. Ulrich Schraml von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA), die die Anforderungen an einen modernen Waldstandard aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchteten.

Sabine Riewenherm, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), und Prof. Dr. Ulrich Schraml von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA), diskutierten, wie Naturschutzvorgaben die größte Akzeptanz bei Waldbesitzenden finden können. © KOLLAXO Markt und Medien GmbH.

Prof. Dr. Ulrich Schraml warnte dagegen vor einer weiteren Ausweitung von Dokumentations- und Nachweispflichten für Waldbesitzende. Angesichts der großen Herausforderungen durch Klimawandel und Waldumbau gelte es, praktikable Lösungen zu erarbeiten, die eine breite Beteiligung ermöglichten. Zusätzliche bürokratische Anforderungen könnten die Akzeptanz gefährden. Unterstützung erhielt diese Einschätzung auch aus dem Teilnehmerkreis, wo unter anderem auf die Belastungen durch neue europäische Vorgaben wie die Wiederherstellungsverordnung sowie auf das bewährte Kontrollsystem unabhängiger Zertifizierungsstellen verwiesen wurde.

Intensive Facharbeit in moderierten Gesprächsrunden

Im weiteren Verlauf des Forums diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die von der PEFC-Arbeitsgruppe Standardrevision erarbeiteten Änderungsvorschläge. Das geschah in moderierten Gesprächsrunden zu „Arbeitsverfahren und Arbeitstechniken“, „Biodiversität, Wild und Waldbau“ sowie „Zertifizierungsverfahren“.

Ziel von PEFC Deutschland ist ein praxistauglicher Standard, der den Anforderungen einer ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltigen Waldbewirtschaftung auch unter den Bedingungen des Klimawandels gerecht wird. Foto: © KOLLAXO Markt und Medien GmbH.

Im Mittelpunkt der Diskussionen standen alle Aspekte einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung. Besonders intensiv wurden Maßnahmen zur Verbesserung der Klimaanpassungsfähigkeit der Wälder, Fragen der Baumartenwahl und des Wasserrückhalts, der Umgang mit Kunststoffen – insbesondere Wuchshüllen – sowie Themen der Chancengleichheit und Gleichbehandlung aller im Wald Beschäftigten erörtert. Die Ergebnisse wurden anschließend im Plenum präsentiert und mit einem Punktesystem bewertet.

In einer abschließenden Dialogrunde beleuchteten Dr. Michael Berger, Generalsekretär von PEFC International, Prof. Dr. Artur Petkau, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Standardrevision, sowie Dirk Teegelbekkers, Geschäftsführer von PEFC Deutschland, den bisherigen Prozess und gaben einen Ausblick auf die nächsten zwölf Monate. Prof. Dr. Andreas W. Bitter, stellvertretender PEFC-Vorsitzender, fasste zusammen: „Das heutige Forum hat die Vorarbeiten der Arbeitsgruppe im Wesentlichen bestätigt und wertvolle Anregungen für eine weitere Optimierung gegeben.“

Prof. Dr. Artur Petkau (r.) erläuterte die Überlegungen, die hinter den bisherigen Vorschlägen der von ihm geleiteten Arbeitsgruppe Standardrevision stehen. Foto: © KOLLAXO Markt und Medien GmbH.

Öffentliche Beteiligung startet

Das PEFC-Forum war der Startschuss zur öffentlichen Kommentierungsphase. Nun beginnt die 60-tägige Online-Konsultation. Alle interessierten Kreise sind eingeladen, die Änderungsvorschläge zu prüfen und ihre Stellungnahmen einzubringen. Die eingehenden Hinweise werden Ende September von der Arbeitsgruppe Standardrevision ausgewertet und fließen in die weitere Bearbeitung ein. Die Online-Konsultation startet am 15.07.2026 und ist unter www.pefc.de/feedback-standardrevision-2026 erreichbar, die zugehörigen Dokumente können hier im unteren Teil der Seite und unter www.pefc.de/standardrevision eingesehen werden.

Dokumente zu den Änderungsvorschlägen der AG Standardrevision / zur Konsultation:

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Koordination Standardrevision