Wälder aufbauen: So werden Wälder fit für den Klimawandel
Sechs Maßnahmen für die Entwicklung nachhaltig stabiler Wälder
Stuttgart, 06.03.2026 - Pressemitteilung: Der Klimawandel hat erhebliche Auswirkungen auf die heimischen Wälder. Waldbesitzende und Forstleute stehen daher vor der Aufgabe, die Wälder an veränderte klimatische Bedingungen anzupassen. Orientierung geben unter anderem Nachhaltigkeitsstandards für die Waldbewirtschaftung, etwa die Kriterien des Zertifizierungssystems PEFC, die auf einem großen Teil der deutschen Waldfläche angewendet werden. Auch Verbraucher können den Waldumbau unterstützen, indem sie Holzprodukte aus diesen nachhaltig bewirtschafteten Wäldern wählen. Gekennzeichnet sind diese mit glaubwürdigen Zertifizierungssiegeln. Informationen dazu gibt es etwa unter: www.pefc.de/anders.
Sechs Maßnahmen zur Wiederbewaldung
Nach großen Dürre-, Sturm- und Borkenkäferschäden spielt die Wiederbewaldung vielerorts eine zentrale Rolle. Ziel ist es, stabile und widerstandsfähige Wälder für kommende Generationen aufzubauen. Bis junge Wälder ihre ökologischen, ökonomischen und sozialen Funktionen für Tiere, Pflanzen und Menschen vollständig erfüllen können, braucht es allerdings Zeit, Einsatz und fachliche Betreuung durch Forstleute. Die wichtigsten Maßnahmen im Überblick:
1. Naturkräfte nutzen: Wo Samen aus Baumkronen auf die Erde fallen und die Bedingungen günstig sind, kann ein Teil des neuen Waldes ohne menschliches Zutun entstehen. Fachleute sprechen hier von Naturverjüngung.
2. Fläche vorbereiten: Ist die Fläche durch abgestorbene Bäume schwer zugänglich, wird sie behutsam freigeräumt, damit Forstleute dort arbeiten und neue Pflanzen anwachsen können.
3. Baumarten auswählen: Eine Mischung verschiedener Baumarten gilt als besonders geeignet, um klimaresistente Wälder zu schaffen. Wichtig ist, dass die Arten gut zum Standort passen. Neben heimischen Baumarten kommen teilweise auch Arten anderer Klimazonen infrage, die besser mit Trockenheit und Hitze zurechtkommen.
4. Säen und pflanzen: Neue Bäume werden von Hand, maschinell oder mithilfe von Drohnen ausgebracht, etwa mit Saatkugeln.
5. Jungpflanzen schützen: Damit junge Bäume nicht von Gräsern oder krautigen Pflanzen überwuchert werden, mähen Forstleute die Flächen regelmäßig. Der PEFC-Waldstandard gibt vor, strukturreiche Waldränder zu fördern, da sie vor Wind und Bodenabtragung schützen und Lebensraum für viele Tierarten bieten. Dazu können etwa verschiedene Straucharten gepflanzt werden.
6. Vor Wild schützen: Wo Rehe, Hirsche und andere Wildtiere ihren Hunger stillen, können junge Bäume durch Verbiss geschädigt werden und verkümmern. Das erschwert es jungen Wäldern enorm, stabil heranzuwachsen. Eine effektivere Jagd kann helfen, den Wildbestand zu regulieren. Zusätzlich schützen Zäune oder sogenannte Wuchshüllen die Pflanzen vor Verbissschäden.
Download der Grafiken:
Hier können Sie die PEFC-Infografik "Neue Wälder aufbauen - wie geht das eigentlich?" in verschiedenen Dateiformaten herunterladen - bitte beachten Sie, dass diese Grafik in einer Langversion (mit ausführlichem Erläuterungstext) und in einer Kurzversion (nur Bild und Beschreibungstext) vorliegt. Die Grafiken können kosten- und lizenzfrei unter der Copyrightangabe © PEFC Deutschland e.V. in der eigenen Kommunikation genutzt werden.

